© DAV/Daniel Hug

Tipps vom DAV: Sicher durch den Winter!

22.01.2024

Der Winter ist da! Für schöne und sichere Touren sollten Schneesportler*innen allerdings einige Punkte beachten. Der Deutsche Alpenverein gibt Tipps für sichere Touren in der kalten Jahreszeit. 

Tipps zum Start in die Wintersaison 

„Winterzeit ist Lawinenzeit“, erklärt Stefan Winter, Bergführer und Ressortleiter Breitenbergsport im DAV. Darum müsse man sich zu Beginn der Saison wieder mit dieser Gefahr auseinandersetzen: „Und zwar nicht nur bei der Ausrüstung, sondern auch im Kopf“, so Winter. 

Beim Material checkt man zunächst die Lawinen-Notfallausrüstung: Das LVS-Gerät benötigt neue, passende Batterien. Zudem überprüft man, ob die Funktionen „Senden“ und „Suchen“ richtig arbeiten. „Außerdem gibt es für die Geräte in regelmäßigen Abständen Updates und man sollte sie auch regelmäßig zum Hersteller zur Wartung einsenden“, so Stefan Winter, „am besten aber bereits vor der Skisaison.“ Als nächstes prüft man, ob die Lawinensonde und die Lawinenschaufel einsatzbereit sind. Auch Lawinenairbags verlangen nach einer regelmäßigen Wartung und Rucksäcke mit elektronischem Gebläse sollten auch in bestimmten Abständen geupdatet werden. 

Achtung, Lawine!

„Genauso wichtig wie die Pflege der Ausrüstung ist es aber auch, sich mit dem Thema Lawine zu befassen“, sagt Stefan Winter: Das betrifft zum einen die Prävention, also welche Schritte Wintersportler*innen anwenden müssen, um ihr persönliches Risiko in eine Lawine zu geraten zu minimieren, sowie das Verhalten im Notfall. „Bei der Einschätzung des Lawinenrisikos hilft das DAV-Lawinenmantra weiter, das Notfalltraining absolviert man am besten regelmäßig in einer Gruppe oder in einem Kurs“, so Winter und betont: „Das gilt für alle Arten von Schneesport im freien Gelände, denn Lawinen unterscheiden nicht zwischen Ski- oder Schneeschuhtouren.“ 

„Auch die Ski sollte man in den Frühwinter-Check miteinbeziehen“, erklärt Stefan Winter: Ein gut präparierter Belag sorgt für bessere Fahreigenschaften und hilft nicht nur Profis, sondern auch Anfänger*innen. Geschliffene Kanten geben Halt auf eisigeren Passagen. Die Einsatzbereitschaft der Skibindung und Skistiefel gehören ebenso dazu. Dazu überprüft man den Kleber der Skitourenfelle und imprägniert gegebenenfalls die Fellhaare neu. 

Wer nun bereit ist, der sollte sich erstmal langsam herantasten: „Die Bewegungen im Auf- und Abstieg und bei Kehren muss man erstmal wieder üben und Muskeln und Bänder sowie das Herz-Kreislauf-System müssen sich an die neue Belastung gewöhnen“, erklärt der Bergsportexperte. Am besten könne man dies auf einer offiziell ausgewiesenen Pistentour machen und den Abstecher in die Berge gleich noch mit einem kleinen LVS-Training verbinden.

Neuer Lawinen-Layer in alpenvereinaktiv.com

Hilfreich beim Einschätzen des Risikos einer Lawinenauslösung ist der neue Layer „ATHM“ von Skitourenguru in der Tourenapp alpenvereinaktiv.com: Er steht für „Avalanche Terrain Hazard Map“ und zeigt unter Einbeziehung mehrerer Geländedaten, in welchem Bereich die Wahrscheinlichkeit, eine Lawine auszulösen eher hoch beziehungsweise weniger hoch ist. Dabei stützt er sich aber nicht auf tagesaktuelle Daten zur Schneedeckenstabilität aus den Lawinenlageberichten, sondern gibt das Risiko bei Bedingungen an, wie sie typischerweise bei Gefahrenstufe 2 und 3 vorkommen können. Die Funktion steht allen Pro-Mitgliedern zur Verfügung

Weitere interessante Informationen

Wandern im Winter  

Wer sich zu Fuß in den Schnee begeben möchte, findet auch hier viele Möglichkeiten. „Man sollte sich aber im gesicherten Raum aufhalten und auf geräumten Wegen bleiben“, so Thomas Bucher. Das könnten zum Beispiel von Tourismusverbänden extra freigegebene Wege sein, präparierte Rodelbahnen oder geräumte Forststraßen zu Hütten. Neben geeigneten Schuhen mit tiefer Profilsohle kann man auch Stöcke und Grödel nutzen, um zusätzlich Halt zu finden. 

Vom klassischen Berggehen ohne Schneeschuhe und Ski rät Bucher indes ab: „Man versinkt innerhalb kürzester Zeit bis zur Hüfte im Schnee und kommt so kaum voran. Und außerdem muss man dann wieder die Lawinengefahr bedenken und sich entsprechend vorbereiten.“ 

Diese Hütten haben im Winter geöffnet

Auch im Winter haben einige DAV-Hütten geöffnet – manche nur im Tagesbetrieb, andere Beherbergen auch über Nacht Gäste. Die Öffnungszeiten finden Sie hier. Die Angaben werden laufend aktualisiert, wir empfehlen aber trotzdem, vor einer geplanten Tour noch einmal mit der Hütte Kontakt aufzunehmen.